Kulturamt

Am Sonntag, 25. Mai 2025, wurde im Gemündener Stadtteil Wernfeld der erste Europäische Kulturweg in unserem Stadtgebiet feierlich eröffnet – der 128. im Netzwerk des Archäologischen Spessartprojekts. Unter dem Titel „Am vierten Fluss Gemündens“ verbindet der Weg Natur, Geschichte und Gemeinschaft.

Der Kulturweg besteht aus zwei Routen:

 

  • Die Seerosenschleife (ca. 6 km) führt rund um Wernfeld vorbei an der früheren Tongrube, der Kompostieranlage und dem traditionsreichen Steinbruch Dittmeier.

 

  • Die Dorfrunde (ca. 2 km) widmet sich der Ortsgeschichte und macht historische Gebäude, Handwerke und Persönlichkeiten erlebbar.


An insgesamt 14 Tafeln erhalten Besucher spannende Informationen zu lokalen Besonderheiten, z. B. der Kirche Mariä Himmelfahrt, den alten Mühlen, dem Gasthaus Hofmann, dem Ortsteil Kleinwernfeld oder dem Wappenmotiv der „Reisigbesen“, die Wernfeld den Übernamen „Baseschnitzer“ eingebracht haben.

Die Stadt Gemünden dankt der ehrenamtlichen Wernfelder Arbeitsgruppe unter der Leitung von Claudia Koch sowie Dr. Gerrit Himmelsbach vom Archäologischen Spessartprojekt für die hervorragende Umsetzung.

Ein Flyer zum Kulturweg ist in der Tourist-Information erhältlich.

Alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste sind herzlich eingeladen, sich auf Spurensuche entlang des „vierten Flusses“ zu begeben.

Die Stadt Gemünden a.Main vergibt auch im Jahr 2025 den Kunst- und Kulturpreis, der im Wechsel zwischen Bildender Kunst und Darstellender Kunst verliehen wird.

 

Diesjährig wird der Preis in der Kategorie „Darstellende Kunst“ verliehen und würdigt herausragende Leistungen in Theater, Schauspiel, Tanz, Film, Musik, Gesang und Literatur. Besonders gesucht werden Künstler*innen, Gruppen, Organisationen und Vereine, die das kulturelle Leben in Gemünden a.Main bereichern und durch ihr Engagement einen bleibenden Eindruck hinterlassen (haben).

 

Teilnahmebedingungen:

 

  • Werke können bis zum 31. Juli 2025 per E-Mail eingereicht werden an: touristinformation@gemuenden.bayern.de.
  • Ebenfalls ist der Fragebogen zur Bewerbung auszufüllen und gemeinsam mit dem Werk bis 31. Juli 2025 im Kulturamt der Stadt Gemünden a.Main einzureichen.
  • Bis zu zwei Videos pro eingereichtem Werk können online hochgeladen oder per USB-Stick eingereicht werden.

 

Preisgeld und Auszeichnung:

 

  • Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert. Eine Fachjury aus dem Stadtrat (Ausschuss für Bildung, Jugend, Kultur und Stadtentwicklung) der Stadt Gemünden a.Main wählt bis zu vier Werke aus. Alle Teilnehmenden werden nach der Entscheidung des Gremiums über den weiteren Fortgang unterrichtet.
  • Die Preisverleihung findet im Dezember 2025 im festlichen Rahmen der Jahresabschlusssitzung des Stadtrates statt.

 

Besonders angesprochen sind:

 

  • Schulklassen, die mit Theateraufführungen oder Musikdarbietungen teilnehmen möchten.
  • Schüler/Lehrer/Ensembles der Musikschule, Schauspielende der Festspiele oder am Theater, Musiker/innen, Tanzgruppen und alle, die zur „Darstellenden Kunst“ einen kreativen Beitrag leisten.

 

Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre künstlerische Arbeit der breiten Öffentlichkeit vorzustellen und tragen Sie zur kulturellen Vielfalt in Gemünden a.Main bei!

 

Wir freuen uns über Ihre Bewerbung.

 

Kontakt: Kulturamt der Stadt Gemünden a.Main

Scherenbergstraße 4, 97737 Gemünden a.Main

Tel.: 09351 / 8001-1300
E-Mail: touristinformation@gemuenden.bayern.de

Website: www.stadt-gemuenden.de

Ausstellungsräume

Interessierten Künstlern stehen in Gemünden mehrere Ausstellungsräume zur Verfügung.

 

Im Kulturhaus ist das ca 80 Quadratmeter große Foyer bestens für Einzel- oder Gemeinschaftsausstellungen geeignet. Das Dachgeschoss des Huttenschlosses bietet ebenfalls Möglichkeiten für Ausstellungen bildender Künstler.

Gesichter einer Stadt

Kunst und Kultur im Gemündener Rathaus: Neue Ausstellungsfläche eröffnet mit „Gesichter einer Stadt“

Vernissage; Mittwoch, 18. März 2025, 16 Uhrzeit, im Rathaus/Sitzungssaal

Gemünden bereichert sein kulturelles Angebot: Das Rathaus wird nicht nur Verwaltungsort, sondern auch ein lebendiger Treffpunkt für Kunst und Kultur. Mit der neuen Ausstellungsfläche im neugestalteten Treppenhaus eröffnet die Stadt eine Plattform für kreative Werke.

Den Auftakt macht die Ausstellung „Gesichter einer Stadt“ der renommierten Künstlerin Brigitte Heck, die vom 18. März 2025 bis zum 31. August 2025 im Foyer/Treppenhaus des Rathauses Gemünden zu sehen sein wird. Die Ausstellungseröffnung findet am Mittwoch, 18. März 2025, 16 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses statt.

Die Ausstellung zeigt 19 Aquarelle, die zwischen Ende 2024 und Anfang 2025 entstanden sind. Sie bieten einen neuen Blick auf Gemünden – jenseits klassischer Postkartenmotive. Die farbenfrohen Werke fangen das urbane Leben und die Atmosphäre der Stadt auf individuelle Weise ein und bringen Kreativität ins Rathaus.

Die Ausstellung läuft unter dem Logo „arsgimundi“, das Brigitte Heck vor Jahren ins Leben rief und das von den Kulturschaffenden der Stadt entworfen wurde. Der Name leitet sich aus „Gimundi“, der historischen Bezeichnung Gemündens, ab – einer Stadt, die durch die Mündung von Sinn, Fränkischer Saale und Wern (im Stadtteil Wernfeld) in den Main geprägt ist.

Über die Künstlerin Brigitte Heck

Brigitte Heck lebt und arbeitet in ihrer „Ateliergalerie am Zollberg“ in Langenprozelten. Seit der Jahrhundertwende widmet sie sich intensiv der Kunst und hat sich mit Malerei, Zeichnung, Digitalart, Objektkunst und Installationen einen Namen gemacht. Motive findet sie auf ihren Reisen durch Europa.

Sie ist Mitglied in namhaften Künstlervereinigungen wie dem Berufsverband Bildender Künstler:innen Frankfurt (BBK Frankfurt), der GEDOK Franken und dem Bund fränkischer Künstler. Neben zahlreichen bundesweiten Ausstellungen betreut sie auch eine Dauerausstellung im Kreuzkloster Gemünden.

Zusätzlich lädt Brigitte Heck regelmäßig zu besonderen Kunstveranstaltungen ein:

 Tag des offenen Ateliers am 28. September 2025
 Teilnahme an den unterfrankenweiten „Kulturpunkten“ am 22. und 23. März 2025, bei denen ihre Ateliergalerie in Langenprozelten jeweils von 13:00 bis 18:00 Uhr geöffnet ist

2009 gründete sie die Künstlergruppe „KONTRASTE“, deren vielbeachtete Jahresausstellungen in Lohr stattfanden.

Alle Kunstinteressierten sind herzlich eingeladen, die Ausstellung „Gesichter einer Stadt“ zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu besuchen und in die künstlerische Interpretation Gemündens einzutauchen.

Die Bilder können auch käuflich erworben werden.

Bildergalerie zu "Gesichter einer Stadt"

Eine Stadt stirbt

Foyer des Gemündener Kulturhauses „alte Schule“,
Obertorstraße 39, Gemünden a.Main
vom 21. März bis 20. Juni 2025

Die Öffnungszeiten sind:
Mo. – Fr.: 10 -12.30 und
Di. – Fr. 14 – 18 Uhr

Während der bayr. Ferien gelten geänderte Öffnungszeiten

Kunst- und Kulturpreis 2024 "Bildende Kunst" - Jugend

Kinder der Schulkindbetreuung Gemünden erhalten Sonderpreis für ihre kreativen Kunstprojekte

 

Die Kinder der städtischen Schulkindbetreuung Gemünden haben mit großem Erfolg am diesjährigen Kunst- und Kulturpreis „Bildende Kunst“ teilgenommen. Mit gleich zwei beeindruckenden Projekten konnten sie die Jury begeistern und erhielten eine besondere Auszeichnung: den Sonderpreis in der Kategorie Jugend.

Kreative Kunstwerke bereichern die Stadt

 

Das erste Projekt, „Gemünnemer Brünnle“, verwandelt den Marktbrunnen über das Jahr hinweg in ein farbenfrohes Kunstwerk. Unter der Leitung von Ideengeber Bruno Mächtlinger gestalten die Kinder den Brunnen passend zu den Jahreszeiten: mit Osterzauber im Frühjahr, bunten Fischen zur Sommer- und Festspielzeit sowie Lichterglanz zur Weihnachtszeit.

Das zweite Projekt, „Meefischle GEMO“, bringt eine kunstvolle Skulptur in die Stadt. Die Idee stammt von Melanie Schelbert, der renommierte Betonkünstler Paul Bode erschuf die Form, und die Kinder verliehen dem Meefischle GEMO mit kreativen Farben und fantasievoller Gestaltung seinen besonderen Charme. Die Skulptur wird in Zukunft einen festen Platz im Stadtgebiet erhalten und die Stadt um ein weiteres Kunstwerk bereichern.

Feierliche Preisverleihung am 21. März 2025

 

Zur Ehrung dieser herausragenden Leistung wurden die Kinder, gemeinsam mit den Projektleitern geehrt und erhielten Urkunden und Preisgelder.Zudem natürlich auch eine süße Osterüberraschung für ihre kreativen Ideen.

 

Kunst verbindet und inspiriert

 

Die Stadt Gemünden freut sich, dass die Kinder mit ihren Projekten das Stadtbild aktiv mitgestalten und mit ihrer Kreativität eine Brücke zwischen Kunst und Gemeinschaft schlagen.

 

Die Stadt Gemünden und das Kulturamt gratulieren den jungen Künstlern ganz herzlich zu ihrem Erfolg!

Kunst- und Kulturpreis 2024 "Bildende Kunst"

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH


Im feierlichen Rahmen wurden die Gewinner des ersten Kunst- und Kulturpreises der Stadt Gemünden bei der Jahresabschluss-Sitzung des Stadtrates geehrt und die Preise und Urkunden vergeben.
Wir gratulieren ganz herzlich und danken allen Künstlern und Kunsthandwerkern für die Teilnahme und die wundervollen und kreativen Werke.

Den ERSTEN Preis erhielt Herr Alfons Lindner für sein Bild Acryl auf Leinwand „Alt Gemünden“.

Den ZWEITEN Preis erhielt Herr Ulrich Herteux für seine Skulptur aus heimischem Lindenholz „Urania“.

Den DRITTEN Preis erhielt Frau Brigitte Heck für ihre Bild Installation „Lucky und die Glückshormone“.

Die prämierten Kunstwerke sowie eine Beschreibung mit Bildern aller eingereichten Kunstwerke sind in einer kleinen Ausstellung im Foyer des Kulturhauses ausgestellt und können zu den Öffnungszeiten des Kulturhauses bis Ende Januar 2025 besichtigt werden.

Auslobung eines Kulturpreises der Stadt Gemünden a.Main

Künftig wird in der Stadt Gemünden a. Main ein Kunst- und Kulturpreis für herausragende künstlerische Leistungen verliehen.

Die Vergabe erfolgt im jährlichen Wechsel
a) Als Kunstpreis der Stadt Gemünden a. Main (Bildende Kunst mit den Bereichen: Malerei, Bildhauerei, Zeichnungen, Fotografien, Grafiken und Kunsthandwerk)
b) Als Kulturpreis der Stadt Gemünden a.Main (Darstellende Kunst mit den Bereichen: Theater, Schauspiel, Tanz, Film, Musik, Gesang und Literatur

Preisgeld: 2000,- €
wobei der Preis im Ganzen oder auf maximal vier Werke pro Jahr vergeben werden kann.
Über die Verleihung entscheiden die Mitglieder des Ausschusses für Tourismus, Kultur und Stadtentwicklung der Stadt Gemünden a.Main.
Die Preisverleihung wird dem/der Preisträger/in im Rahmen der Jahresabschlusssitzung des Stadtrates der Stadt Gemünden a.Main in feierlicher Form überreicht.

Für das Jahr 2024 beginnen wir mit der Verleihung eines a) Kunstpreises
in den Bereichen: Malerei, Bildhauerei, Zeichnungen, Fotografien, Grafiken und Kunsthandwerk


Neben privaten Künstler/innen, sind Insbesondere auch Schüler/innen und Jugendliche zur Teilnahme eingeladen!
Mitmachen kann jede/r, der sich durch künstlerisches Schaffen in den genannten Bereichen in besonderer Weise um das künstlerische Leben der Stadt Gemünden a.Main verdient gemacht hat und durch Leben und Arbeit mit der Stadt Gemünden a.Main eng verbunden ist.

Aufruf an alle Künstler/innen der bildenden Kunst:
Bitte reichen Sie ihre Werke (Malerei, Bildhauerei, Zeichnungen, Fotografien, Grafien, Kunsthandwerk)
bis spätestens 31. Juli 2024 wie folgt ein:
– Pro Künstler/in kann nur eine Arbeit eingereicht werden – darf aber aus mehreren Teilen bestehen (z.B. Collage oder Serien, auch Gemeinschaftsarbeit einer Künstlergruppe ist denkbar)
– Pro Werk können bis zu max. 3 aussagekräftige Fotos eingereicht werden (jpg, pdf), Größe 1 – 3 MG je Datei)
– Vita mit Name des Künstlers und Kontaktangaben sowie Beschreibung des eingereichten Werkes
– Bitte per Mail einreichen an: touristinformation@gemuenden.bayern.de Betreff: Kunstpreis 2024

Jährlich wechselnde Ausstellung rund ums Huttenschloss Gemünden
– Zahlreiche Künstler (Schulen, Schulkindbetreuung, Film-Photo-Ton Museum, private Künstler.) beteiligen sich mit ihren kreativen Malereien oder Fotografien mit jährlich wechselndem Thema an diesem Projekt. Die Bilder dienen dann ein Jahr als Anschauungsprojekt im Außenbereich rund ums Huttenschloss
Ausstellungseröffnung ist jährlich am Donnerstag vor dem SaaleMusicum (letzter Sonntag im Juli)

2024: Motto: Lebensraum Spessart
Vernissage 2024: Donnerstag, 25. Juli, 11.00 Uhr am Huttenschloss


Rückblick der Themen:
2023: Gemünden und die Eisenbahn
2022: Foto Projektseminar Friedrich-List Gymnasium Gemünden (freier Kunstraum)
2020: Die Zahl 7
2019: Kindheit früher und heute
2018: 100 Jahre Freistaat Bayern
2017: Brücken verbinden
2016: Bilder unserer Stadt
2015: Paul Klee
2014: Musik verzaubert
2013: Karl May
2012 Holz und Wald
2011: 300 Jahre Huttenschloss Gemünden

Nichts hat in den letzten Monaten in Gemünden für so viel Diskussion gesorgt, wie der Abriss und Neubau der Mainbrücke.
Um dieses Thema positiv zu besetzen, wurde von Kulturamt der Stadt Gemünden und Stadtmarketing Gemünden aktiv ein Kunstprojekt „Brückenspechte“ ins Leben gerufen.

In den Kategorien: „Schüler“ und „erwachsenen Künstler“ entstanden unter Einbeziehung des Abbruchmaterials der alten Mainbrücke viele kreative Kunstwerke.

Play Video

Prämierung Brückenspechte

Ergebnisse Jugend

1. Platz: Brückenzauber von Bruno Mächtlinger und Städtische Schulkindbetreuung

2. Platz: Brückentiere von Kinder und Jugendlichen des KSC.

3. Platz: Was bewegt Dich von den 7. Klassen FLG Gymnasium Gemünden

Ergebnisse Erwachsene Künstler

1. Platz: Vier-Flüsse-Fenster von Miro Blaic

 

2. Platz: Treffpunkt Brücke von Angelika Ziegler und Marlen Bald vom Treffpunkt Kunst

3. Platz: Endlich Bank von Peter Reichel

Verlegung der Stolpersteine für Arthur Kahn und Nathan Weinberg

Stolpersteine
Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im
Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, den sogenannten Stolpersteinen, wird an das Schicksal der Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Im Jahre 2009 wurden im Rahmen der Unterfränkischen Kulturtage und auf Initiative von Herrn Ulf Fischer sechs Stolpersteine in Gemünden verlegt.

Schüler des örtlichen Friedrich-List-Gymnasiums erarbeiteten in ihrem P-Seminar den Flyer „Wir wollen erinnern“ und setzten sich mit dieser Thematik auseinander.
Dabei wurde festgestellt, dass in der Obertorstraße 26 von der Familie Kahn/Weinberg nur der Stolperstein für Fanny Weinberg verlegt wurde, nicht aber für ihren kleinen Sohn Nathan, der gemeinsam mit seiner Mutter deportiert und 1941 im Alter von 5 Jahren in Minsk ermordet wurde.

Insbesondere haben sich die Schüler unter Federführung des Lehrers Jürgen Endres mit dem Schicksal des älteren Bruders von Fanny Weinberg auseinandergesetzt. Arthur Kahn studierte Medizin in Würzburg und war wohl wie viele junge jüdische Studenten auch, in einer Anti-Nazi Bewegung aktiv. Am 12. April 1933 wurde er im KZ Dachau erschossen. Er war erst 21 Jahre alt und eines der ersten Opfer nationalsozialistischer Gewalt in der Region. Nachdem Arthur Kahn als Student seien gemeldeten Wohnsitz in Würzburg hatte, wurde seinerzeit kein Stolperstein für ihn in Gemünden verlegt.
Die Eltern, der Ehemann von Fanny Weinberg sowie die beiden jüngeren Brüder konnten nach Amerika auswandern.

Durch die sehr vorbildliche Arbeit und das Engagement der Schüler wurde der Kontakt zu der Nachkommenfamilie Kahn in New York hergestellt. Im Sommer 2018 besuchte die Groß-Nichte von Arthur Kahn, Mattie Kahn, unsere Stadt. Sie war auch in der Touristinformation und zeigte sich sehr bewegt über den Flyer, dessen Titelseite ein Bild von Arthur Kahn trägt. Seitdem bestand reger E-Mail Austausch und dabei wurde klar, dass der Nachkommenfamilie viel am Herzen liegt, wenn Nathan Weinberg und Arthur Kahn ebenfalls eine würdige Erinnerung in Gemünden erhalten.

Obwohl Arthur Kahn seinen Studenten-Wohnsitz als letzte gemeldete Adresse in Würzburg hatte, bestätigte uns sein letzter noch lebender Bruder Lothar Kahn im Jahre 2021 (damals 95 Jahre alt) ), dass Arthur Kahn Gemünden als seine Heimatstadt ansah.

Mit dieser Information wurde erneut Kontakt zum Künstler Gunter Demnig aufgenommen, der auf Wunsch der Familie nun eingewilligte, die beiden fehlenden Steine nachzusetzten.

Die Stolpersteine für Arthur Kahn und Nathan Weinberg wurden somit am:

Mittwoch, 27.Oktober 2021, 12.30 Uhr

direkt neben den Stolperstein von Fanny Weinberg, Obertorstraße 26 – Fußgängerzone/Innenstadt verlegt.

Es war der Stadt Gemünden eine große Ehre, dass die Nachkommenfamilie Kahn/Weinberg aus New York und Israel mit insgesamt 16 Personen zu dieser offiziellen Verlegung in Gemünden anwesend war.

Unter den Gästen befand sich auch Timothy W.Ryback (Autor of Hitler`s First Victims) und Mitbegründer des Instituts für Historische Gerechtigkeit und Versöhnung in Den Haag

In einem feierlichen Rahmen-Programm zu Ehren der Gäste wurden die beiden Stolpersteine verlegt. .
Redebeiträge, Gedichte und Gebete der anwesenden jüdischen Familie bereicherten das Programm – begleitet durch musikalische Umrahmung mit Schülern des FLG Gymnasiums unter der Leitung von Michael Albert.

Herzlichen Dank allen Beteiligten und insbesondere der Nachkommen Familie Mattie Kahn mit Angehörigen und Familie.

DenkOrtDeportationen

Wir wollen uns Erinnern – denn es ist wichtig, sich mit der Vergangenheit – mit der Geschichte auseinanderzusetzen- damit sich so ein dunkles Kapitel nie wieder wiederholt…..


Über den kleinen Güterbahnhof Aumühle in Würzburg wurden zwischen 1941 und 1943 unterfränkische Juden in Züge verladen und in die Vernichtungslager deportiert. Unter Ihnen befanden sich auch das Gemündener Ehepaar Nathan und Laura Sichel. Insgesamt waren es 2069 Personen, die von Würzburg aus in verschiedene Konzentrationslager deportiert wurden. Sie kamen aus 109 jüdischen Kultusgemeinden und wohnten in etwa 140 Ortschaften – darunter auch Gemünden und Adelsberg.

Auf Initiative des Johanna Stahl Zentrums Würzburg und www.denkort-deportationen.de beteiligt sich die Stadt Gemünden an diesem Gedenkprojekt mit den Standorten Gemünden und Adelsberg. Am zentralen DenkOrtDeportationen am Bahnhofsvorplatz in Würzburg stehen auch unsere beiden Gepäckstücke aus Gemünden und Adelsberg.

Der Gemündener Betonkünstler Paul Bode fertigte jeweils 4 Koffer (2 für Würzburg, einen für Gemünden – einen für Adelsberg), um somit an die Vertreibung der Juden aus unser Stadt zu erinnern. Der Klub Rassismus ablehnender Schülerschaft (KRASS) des Friedrich-List-Gymnasiums Gemünden gab zusätzlich einen Kinderrucksack in Auftrag. Sie möchten damit auch an das Schicksal von Nathan Weinberg erinnern, der bis 1936 in Gemünden wohnte. Er war noch keine sechs Jahre alt, als er 1941 mit seiner Mutter nach Minks deportiert und ermordet wurde.

Standort Plattnersgasse in Gemünden (Gedenkveranstaltung 8.Mai 2019)


Hier stand einst auch die jüdische Synagoge. Die bereits seit vielen Jahren bestehende Tafel mit dem Text: „Bis zur Kriegszerstörung im Jahre 1945 stand hier die Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde Gemünden a.Main“ – die wohl nicht falsch, aber doch irreführend und nicht vollständig ist, wird somit mit der neuen Hinweistafel ergänzt und auch erklärt, Denn: Die Synagoge wurde bereits in der Reichspogromnacht (9.11.1938) geschändet. Wir werden aus pädagogischen Gründen neben der neuen Info-Tafel auch die alte gegossene Tafel stehen lassen.

Standort Adelsberg – am Schloss (Gedenkveranstaltung 17.Mai 2019)


Hier stand bereits schon um 1850 gegenüber der Burg Adolphsbühl ein eigener Synagogen-Bau. 1937 leben in Adelsberg noch 16 jüdische Einwohner – in der Reichspogromnacht wurde – wie auch in Gemünden – die Synagoge geschändet. In der Woche danach mussten die letzten Juden unter Druck der Nationalsozialisten Adelsberg verlassen.

Die Gepäckstücke stehen symbolisch für das unsagbare Leid, das der Terror des Naziregimes verursacht hat.


Koffer und Rucksack symbolisieren die schwere Last des jüdischen Volkes. Wir wollen mit diesem Denkmal einen Beitrag gegen das Vergessen leisten – Wir wollen uns erinnern – Koffer und Rucksack stehen für die Reise in den Tod.

Gerade in der heutigen Zeit, wo rechtsextreme Bewegungen, die Toleranz und das friedliche Miteinander gefährden, möchten wir ein Zeichen setzen. Nationalsozialistisches Gedankengut soll nie wieder Fuß fassen –

Öffnungszeiten heute

Das Rathaus ist heute zu den folgenden Zeiten geöffnet:

09:00 - 12:30 Uhr
13:30 - 17:30 Uhr

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